T H A D E U S at the Movies!
Gott ist voll cool!
Nein, ich werde mich nicht konfirmieren lassen. Keine Chance mehr. Nada. Ich werde das Geld ablehnen und all die Geschenke, die Reden und die Glückwünsche und den ganzen anderen Kladderadatsch von wegen "ein Schritt in die Selbstständigkeit" oder ähnliches.

Ich konnte nie viel mit Religionen anfangen, konnte nie eine wirkliche Beziehung zu jemanden aufbauen, den ich nicht kenne. Diesen "Gott". Den ich loben soll. Aber egal. Andere können das. Dachte ich.

Ich war bereit mich "bekehren" zu lassen. Von der gutmütigen Pastorin, die den Konfirmationsunterricht leitet. Denn die Euros wären ja ein schöner Nebeneffekt, wenn sie es schaffen würde. Aber genau das Gegenteil ist passiert. Desto länger ich nun mitmache, wird es immer deutlicher.

Kaum jemand glaubt daran! Eigentlich niemand. Ist es das worauf das alles aufbaut?! Das pure Mitlaufen?!
Wir sollen im Unterricht Sachen machen wie Papierschnipsel auf denen "Eltern" "Handy" "Freundin" "Freunde" oder "Haustier" nach ihrer Wichtigkeit in unserem Leben zu ordnen. Oder wir schauen Filme, die von anderen Konfirmanden mit der Digitalkamera gefilmt wurden, in denen dann die wichtigen Themen der Pubertät mit verwackelten Bildern und schrecklichen "Schauspielern" behandelt werden:
"Peter hat einen Euro verloren. Er sucht 2 Stunden nach ihm und verpasst deswegen die Verabredung mit seinem Freund Gustaf. Hat sich Peter richtig verhalten? Gib ihm eine Symphatienote zwischen eins und sechs!"

Am allerschlimmsten sind aber die Bibeltexte die für Jugendliche "neu verfasst" wurden.
"Noah war ein echt cooler Typ!" und ähnliche Peinlichkeiten finden sich in den Texten. Geschrieben von Idioten die glauben die Bibel, "Dschieses" und seine "Fräänds" damit "hip" zu machen.

Die sogenannten Diskussionen waren auch nie eine Horizonterweiterung. Und ich diskutiere sonst wirklich gerne, meinetwegen auch über Quatsch wie "Was glaubst du, was nach dem Tod ist?!" aber es ist der Tod eines jeden objektiven Meinungsaustausches wenn man bei einem etwas kritischeren Beitrag mit "Schon Jesus hat gesagt: ..." anfängt.

Demnach herrscht während den Stunden meist eine "angeheiterte" Stimmung, da natürlich niemand auf derartiges abfährt. Es wird gegessen geredet und die Konzentration ist gleich null. Und trotzdem - und das ist das schlimme - lassen sie sich konfirmieren. Denn Mitlaufen ist nun mal leichter, vor allem wenn Opa noch n Tausender dazu gibt. Das ist schließlich das was man "Tradition" nennt: Der ganze Stammbaum der Familie ist mit Christentum bekleckert, darum wird man eben auch "Christ". Wenn man aber genauer nachfragt, merkt man aber dass kaum jemand das glaubt, was erzählt wird.

Doch es wird brav mitgesungen:
"Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt..."

Vielleicht habe ich eine vollkommen falsche Einstellung zum Christentum, aber nach dem Konfirmationsunterricht kann ich damit (sehr glimpflich ausgedrückt) noch weniger anfangen als vorher.

Kommentieren



goetzeclan, Mittwoch, 13. Juni 2007, 19:05
Auch wenn ich mich dabei an anderen Stellen un beliebt mache: Herzlichen Glückwunsch zu so viel Chuzpe. Wenn Sie an etwas glauben, dann sollten Sie danach leben. Wenn nicht, dann nicht.


Ich glaube an Gott. Ich glaube, dass es gut und richtig ist Gott zu "loben" und zu "preisen", weil ich weiß wofür ich das tue.

Mhhh, schade, dass Sie so weit weg wohnen. Die sechs Jungs in meiner Jugendgruppe kennen ihren Gott. Ich habe ihnen geholfen sie mit ihm bekannt zu machen. Die wissen, worauf sie sich einlassen. Die beten zu jemand realem, jemand, den sie kennen, mit dem sie Erfahrungen haben. Die würden auf solch einer Veranstaltung wie Sie sie beschreiben kurz ihr Wasser abschlagen und dann die versammelten Mitläufer zu einer Partie Fußball einladen. Und am Sonntag, da beantworten die mir Fragen zu Gott, der Bibel und dem Evangelium, da würde ihre Konfirmantenlehrkraft wild ins Rudern kommen und auf all den Lügen und Ausflüchten und so weiter ins schliddern geraten.

Wie gesagt, schade, dass Sie nicht in Wuppertal wohnen. Das wäre ein Spass ...

netzwelt, Mittwoch, 13. Juni 2007, 19:47
@Thadeus: Hut ab! So konsequent ist nicht jeder.

Die beten zu jemand realem, jemand, den sie kennen, mit dem sie Erfahrungen haben.
Oh, und wer ist das, wenn ich mal nachfragen darf?

goetzeclan, Donnerstag, 14. Juni 2007, 15:00
Hier steht mehr darüber als Sie lesen wollen ...

http://religionsfreiheit.blogger.de

;-)

the great gate, Mittwoch, 13. Juni 2007, 20:49
@thadeus: Absolut keine falsche Einstellung, sondern Gott sei Dank noch alle Tassen im Schrank. Im übrigen: Wenn du das wirklich selber geschrieben hast, Hut ab! Ich kenne ausgewachsene Drehbuchautoren, die solche Szenen weniger elegant hinkriegen. Und zum Thema fällt mir eigentlich nur das alte Kinderlied ein:
Gott ist groß!
Gott ist mächtig!
Ohne Kopf
Drei Meter sechzig!

(Hamm wir seinerzeit immer mit "Allah" gesungen. Heute kann es passieren, dass ein dahergelaufener religiöser Irrer dem Kind dafür die Fresse poliert oder es bekehren will. Soviel zur allseits von den zahllosen Deppen gefeierten Wiederkehr des "Glaubens".)

bluetenstaub, Mittwoch, 13. Juni 2007, 20:52
Ohne Konfirmation hätte ich heute kein Klavier. ;)

thadeus, Donnerstag, 14. Juni 2007, 20:16
Danke für die Rückmeldungen!
Ich wollte in meinem Beitrag weniger das Christentum an sich kritisieren, sondern eher, dass es mir scheint, dass man wegen der Traditionen sich "Christ" nennt. Das ganze Jahr ist unsere Kirche oft fast gänzlich leer, aber an Weihnachten gibt es jede Stunde Messen und bei allen platzt die Kirche aus ihren Nähten. Weil man eben an Weihnachten in die Kirche geht. Na gut, kein so tolles Beispiel...

Wahrscheinlich wäre ich auch mit einem besseren Konfirmandenunterricht nicht Christ geworden, da ich keine Beziehung zu dem ganzen Bohei aufbauen kann.

thadeus, Donnerstag, 14. Juni 2007, 20:22
Und JA, Herr greatgate, ich habe das EHRLICH und WIRKLICH selbst geschrieben!

the great gate, Freitag, 15. Juni 2007, 20:23
Dir ist schon klar: Einmal lügen im Weblog kosten 500 Jahre Fegefeuer. Inklusive ehrlich und wirklich in Groß macht noch mal je 125, also insgesamt 750 Jahre, die du braten musst, wenn´s nicht stimmt. Aber wem sag ich das. Bist ja noch nicht mal katholisch, pah!

thadeus, Freitag, 15. Juni 2007, 21:33
Wie kann ichs beweisen?!
Ideen?

cobra, Freitag, 15. Juni 2007, 02:07
Uff, ich hab's also echt heute noch geschafft, ich bin beim neuesten Eintrag angekommen. Richtig aktuell quasi. Komisches Gefühl. *g*

Also mit dem Glauben ist das so eine Sache, ganz klar sollte einem da nichts aufgezwungen werden. Irgendwie isses allerdings normal dass man als Kind zumindest bis zur Konfirmation "mitgeschleift" wird und sich dabei auch nix denkt. Wobei ich das nicht sooo schlimm fand, da bin ich ehrlich. Zum Kindergottesdienst bin ich damals eine Zeit lang ganz gerne gegangen, und das Highlight ist ja nun wirklich die Kohle die man nach der Konfirmation bekommt - allein dafür lohnt sich das Ganze doch. *hehe* Aber danach? Da kann jeder für sich entscheiden ob er was mit Kirche, Religion oder auch Glauben i Allgemeinen anfangen kann oder nicht. Ich habe mich für "nicht" entschieden, bin aber auch nicht aus der Kirche ausgetreten oder so. Als Katholik hätte ich das wohl gemacht, aber bin ja zum Glück evangelisch. ;)

Ach ja, um nochmal auf den Konfirmationsunterricht zurück zu kommen: Das war sehr lustig damals, der Pastor hatte erst Angst vor mir, weil er meinen Bruder (2 Jahre älter) noch gut in Erinnerung hatte und dieser damals nur Scheiße gebaut hatte. :D Doch ich konnte den Pastor schnell beruhigen und ihm klarmachen dass ich das genaue Gegenteil war, also eher der Brave. ^^ Be der Prüfung konnte dann letztlich so ein Honk nicht mal das Vater Unser oder das Glaubensbekenntnis auswendig, daher hat uns der Pastor wutentbrannt alle durchfallen lassen. Das führte wiederum zu heftigen Protesten seitens der Eltern, also war die zweite Prüfung dann ein Klaks bei der man praktisch gar nicht durchfallen KONNTE. Ja und dann gab's wie gesagt den Geldsegen, der nur eine unangenehme Nebenwirkung hatte: Ich musste die ganzen Verwandten und Bekannten persönlich anrufen und mich bedanken. Das hab ich gar nicht gern gemacht, das weiß ich noch genau.

LG,
Thommy
http://myblog.de/tiuri

radobast, Freitag, 15. Juni 2007, 18:06
War wohl das Beste was Du in Deinem Fall tun konntest: Konfirmation und Geschenke ablehnen. Ist nur konsequent: "ich kann nichts damit anfangen und ich lasse mich nicht kaufen". Nicht schlecht.
Von einer "falschen Einstellung" zum "Christentum" würde ich nicht reden, sondern eher von einer kritischen Einstellung.
Und was soll daran falsch sein?