T H A D E U S at the Movies!
Montag, 1. September 2008
SÓNGs
Kleine Rubrik, die ich hier noch mal eröffnen will. Songs, die mich begleiten und verändern. Die Playlist der Bedeutungslosigkeit. Viel Spass!

HEUTE: Ja, Panik! - Zwischen 2 und 4

Einmal gesehen und sofort verliebt. Am 2ten Oktober spielen sie im Uebel&Gefährlich.

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Ein Leben für die Kunst
Die ganze Schulwoche habe ich nur durchgestanden wegen dieser zwei Stunden Kunst am Freitag. Und selbst das wurde mir jetzt genommen. Jetzt bleibt nur noch die totale Abspaltung von allem Schulischem. Leiden ist Entscheidungssache.

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Sonntag, 17. August 2008
lieber nicht
Die wirklich beste Werbung gegen übermässigen Alkoholkonsum: Die Menschen, die sich ab ein Uhr an den Wochenenden in Hamburgs S-Bahnen tummeln. Eigentlich sogar weniger die verlotterten Alkoholwracks, als die debilen Jugendlichen aus den Vororten die auf der Reeperbahn einen "draufmachen" wollen. Schrill kichernde, grell geschminkte, leicht bekleidete Partymädchen, die sich das Zeug von den Eltern klauen und dann in den öffentlichen Verkehrsmitteln Rotweinflaschen leeren oder in PET-Flaschen umgefüllte Mixgetränke saufen. Dazu Musik aus Handys. Und testosterongeschwängerte Oberstüfler, die laut Karnevalslieder gröhlen. Ein Alptraum.

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Freitag, 8. August 2008
holzig hopfen
Ich könnte mein halbes Leben in Londoner Musikpubs verbringen. Dieser tolle Geruch, der einem sofort entgegenschlägt, sobald man eintritt. Sowas habe ich noch nie gerochen. Vielleicht liegt das am Guiness. Aber egal, man kommt ja dann doch wegen der Bands. Und in London ist das abendliche Musikprogramm fast schon überfüllt. Ich habe noch nie in 4 Tagen so viele wunderbare Bands gesehen. Am vorletzten Tag durfte ich dann sogar noch den Hamburgern von 1000Robota einen Besuch abstatten. Das Konzert war einfach unglaublich. Und den Londoner schien es auch zu gefallen wie man den Kommentaren auf der Myspace-Seite entnehmen kann. Und das Beste ist, dass ich das Trio jetzt in London vor 30 Leuten in einem kleinen Pub gesehen habe und sie in wenigen Tagen vor Abertausenden auf dem Dockville Festival spielen. Mein Gott, bin ich ein Insider!

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Dienstag, 5. August 2008
Im Kino: The Dark Knight
Seit Ahab sein Bein hatte verlieren muessen, sind koerperliche Verstuemellungen ja ein absoluter Standard bei den grossen Wahnsinnigen der Literatur- und Filmgeschichte und so muss natuerlich auch der absolut wahnsinnige Joker im neuesten Batman-Streifen eine gruselige Narbe besitzen. Die Macher haben sich hier vielleicht bei "Pans Labyrinth" inspirieren lassen, dem Boesewicht werden hier naemlich genau wie dem Joker in seiner Kindheit die Mundwinkel aufgeschlitzt. Und deswegen muss der enstellte Joker nun immer mit grotesk verlaufenem Make-Up sein Unwesen treiben und die Haare waescht er sich auch eher ungern. Trotzdem ist der Joker eine sehr interessante Figur geblieben und wenn er in der hellen Verhoerzelle sitzt, dann sieht er auch gar nicht mehr so angsteinfloessend aus. Der mittlerweile verstorbene Heath Ledger spielt den Joker wie erwartet grossartig, eigentlich sogar besser als Jack Nicholson im Burton-Batman, denn der Joker besitzt als Figur echte Tiefe. Auch wenn die Geschichte mit dem Kindheitstrauma vielleicht nicht sehr originell ist, die Figur funktioniert in ihrer Aufgabe perfekt.

Was den Film ausser seinem grossartigen Boesewicht noch auszeichnet ist die superheldenuntypische Inszenierung. Es wird auf Humor fast durchgehend verzichtet, der Film setzt auf groesstmoegliche Duesternis, aber das passt ja schliesslich gut zu Batmans Charakter. Die Inszenierung ist nicht nur duester, sondern auch sehr bodenstaendig und realistisch. Der Film beginnt mit einem verwirrenden Bankueberfall, bei dem sich die als Joker verkleideten Bankraeuber fast gaenzlich selber ausloeschen. Auch der Rest des Films verzichtet auf abgehobene Actionszenen, sondern ist so spannend inszeniert wie ein klassischer Thriller. Auch die Actionszenen sind immer realistisch, denn wie man verlauten liess, wurde auch meistens auf Computerunterstuetzung verzichtet. Deswegen ist die Action hoffentlich wegweisend fuer einen neuen Realismus im Actionkino. Erstaunlicherweise hat man sich auch gegen den Trend der Wackelkamera entschieden und entwickelt lieber eine subtilere Spannung. Der Film ist zwar schnell, man wechselt im Minutentakt die Orte des Geschehens, doch nie zu hektisch. Leider sind durch das zu volle Drehbuch und die vielen Ortswechsel die Figuren auf der Strecke geblieben. Maggie Gyllenhall spielt toll, aber die Figur ist ziemlich bieder, genau wie der Rest der Hauptfiguren, die allesamt nicht wirklich Tiefe haben. Das tut der Spannung aber keinen Abbruch.

Der Realismus in den knalligen Sequenzen spiegelt aber auch wieder, dass der Film offensichtlich mit den Aengsten der Zuschauer spielt. Der Joker unterscheidet sich zwar in seinem grenzenlosem Nihilismus klar von den islamistischen Terrorgruppen, aber auch er will die zivilisierte westliche Welt mit ihren eigenen Waffen ins totale Chaos stuerzen. Und das mit teilweise grossem Erfolg. Den Einbruch des Chaos hat man im Film in Szenen festgehalten, die zu den Besten des Films gehoeren. So wird eine Polizeiveranstaltung schnell zur Massenpanik und zeigt dass wir unser groesster Feind sind. Auch sonst ist die Story zwar viel zu vollgestopft, aber auf ihre Weise doch glaubhaft. Und so touchiert der Film seine teilweise sehr grosse Einfallslosigkeit erfolgreich damit, dass es einem dauerhaft so vorkommt, man wuerde etwas sehr Relevantes sehen. Und so sind die ersten zwei Stunden wirklich extrem spannend, duester und packend, aber irgendwann ueberspannt der Film seinen Spannungsbogenzu weit. Schlimm ist es auch, dass der Film zum Ende hin immer mehr die Pfade der spannenden Inszenierung verlaesst und zum hektischen BummBumm-Actionspektakel wird. Es stellt sich eine Art Uebersaettigung ein, wenn schliesslich noch ein Gegenspieler Batmans, natuerlich frueher einer seiner groessten Unterstuetzer, eingebaut wird. Und so ist man dann doch etwas enttauscht, dass der Film zum Ende hin so schlecht wurde, aber einer der intelligentesten Blockbuster ist er wahrscheinlich trotzdem, da noch nie so glaubwuerdig die Zerbrechlichkeit und Schwaeche der "zivilisierten" Welt dargestellt wurde. Und dass noch die Beziehung zwischen dem Joker und Batman, die ja doch recht komplex ist, hier eine grosse Rolle spielt, macht den Film dann noch spannender.

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Sonntag, 20. Juli 2008
Unfreiwillige Pause
Schade, gerade habe ich mal wieder Gefallen am Schreiben gefunden, da muss ich an die Ostsee. Soll heissen: 3 Wochen Pause. Scheisse. Aber immerhin gibts da Kanal Telemedial.

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Gravierend
Ich weiss nicht, was ich falsch mache. Ich mag die meisten meiner Lehrer eigentlich ganz gerne, trotzdem ist meine "Beurteilung des Arbeits- und Sozialverhaltens" auf meinem Zeugnis ziemlich katastrophal. Kein einziger lobender Satz, ich werde eigentlich nach Strich und Faden fertig gemacht. Ich sei faul, störend, arrogant und würde den Unterricht verweigern. Selbst für die lehrerübliche Wischiwaschi-Sprache wird das ziemlich deutlich. Erste hysterische Stimmen aus meiner Familie wollen mich schon zum Psychologen schicken. Auch auf meine eher amüsierte Reaktion wurde mit Unverständnis reagiert. Was solls, eh nicht mehr lange bis zur Oberstufe...

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Im Kino: Dainipponjin (Der große Japaner)
Es wirkt ja fast ein bisschen kalkuliert, dass nach dem Erfolg von Will Smith´s "Hancock" nun noch ein ungeliebter Superheld die deutschen Kinoleinwände erklimmt. "Der grosse Japaner" läuft allerdings nur in ein paar ausgewählten, sympathischen Programmkinos. Das Publikum dort wird den Film wahrscheinlich auch um einiges mehr zu schätzen wissen, auch wenn "Dainipponjin" alles andere als anspruchsvoll ist. Aber Geschmackssache ist er mit Sicherheit. Nur Leute die eine gehörige Portion Trash vertragen, werden sich unterhalten wissen. Und so hinterlässt der Film die meisten Zuschauer vielleicht enttäuscht, aber eine kleine Minderheit klatscht halt doch beim Abspann.

"Der große Japaner" ist depressiv, melancholisch, geschieden, faul, aber eben der "große Japaner". Wenn man ihn unter Strom setzt, wird er zur ultimativen Waffe gegen alle auftauchenden Monstertiere, die was gegen Japan haben. Aber das ist lange überhaupt nicht wichtig, ein fiktiver Dokumentarfilmer folgt dem gehassten Superheld in seinem Alltag. Er füttert seine Katze, feilt sich die Fingernägel, geht Mittagessen, fährt Bahn, führt mit seiner Managerin Gespräche über seine Sponsoren oder geht mit seiner Tochter in den Zoo. Das alles wechselt sich ab mit langen Interviews. Anfangs noch gewöhnungsbedürftig mochte ich die verweigernde Haltung des Films immer mehr, Humor gibt es nur vereinzelt, trotz der grotesken Story gibt es nur wenige, ausgesuchte Schenkelklopfer und selbst die werden mit großer Ernsthaftigkeit dargestellt. So das sinnlose Ritual vor seiner Transformation und die riesige Unterhose, in die er erst hineinwachsen muss.

Obwohl schon bei Beginn des Films unbeliebt, geht die Karriere von Japans größtem Beschützer immer mehr bergab, Niederlagen häufen sich, als er dann auch noch ausversehen ein Kind-Monster tötet, verachtet ihn die Bevölkerung endgültig. Hitoshi Matumoto, Regiesseur und Hauptdarsteller, setzt die verweigernde Depression des Riesenjapaners wunderbar zurückhaltend um und der Film wäre wirklich ein schöner gewesen, wenn diese ständigen Stilbrüche ihm nicht so viel von seinem Charme nehmen würden. Der Camcorder-Realismus steht auf der einen Seite, billige Computeranimationen auf der anderen. Denn nachdem der Hauptdarsteller mutiert, nimmt der Film eine völlig andere Haltung ein. Der grosse Japaner muss nämlich einige Kämpfe ausfechten gegen bizarre Monster. Die Animationen sind schlecht, haben aber trotzdem nicht den Charme des Unperfekten. Diese Stilbrüche sind auf die Dauer nervig, statt auf Computertechnik hätte man auf mehr Herz hätte setzen sollen. Am Ende schließlich entwickelt sich der Film sogar zu einer "Realverfilmung", aber dass auf eine schrecklich klaumaukige Art und Weise, so dass der Stilbruch noch umso fataler wirkt. Trotzdem wird der Film allen gefallen, die auf WIRKLICH schräge Filme stehen, alle anderen sollten sich den Kinobesuch sparen.

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